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Drei Männer mittleren Alters und eine braunhaarige, junge Frau stehen vor einem Banner, auf dem steht: Hier entsteht Wärme für Brunsbüttel

Wärmeversorgung aus regenerativen Energien –Millionen-Förderung für Leuchtturm-Projekt in Brunsbüttel

Wärmeversorgung aus regenerativen Energien – Millionen-Förderung für Leuchtturm-Projekt in Brunsbüttel

Fünf Jahre nach der Gründung der Westholstein Wärme GmbH (WHW) – einer gemeinsamen Gesellschaft der Stadtwerke Brunsbüttel und der egw – erreicht das zukunftsweisende Infrastrukturprojekt zur Wärmewende einen zentralen Meilenstein: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat den Förderbescheid über rund 15 Millionen Euro bewilligt. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWK) sowie der Europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF). Mit dieser finanziellen Zusage kann das 38 Millionen Euro starke Gesamtvorhaben zur klimafreundlichen Wärmeversorgung der Stadt Brunsbüttel jetzt in die Umsetzungsphase starten. Der Spatenstich für die neue Energiezentrale an der Ostermoorer Straße ist für September 2025 geplant.

Ein Meilenstein für die regionale Energiewende

„Der Förderbescheid kam für uns überraschend und ist gleichzeitig ein bedeutender Fortschritt für die Wärmewende in Brunsbüttel“, sagt Dr. Guido Austen, Geschäftsführer der WHW und der egw:technik. Die Energiezentrale ist als Herzstück eines regenerativen Wärmenetzes konzipiert und wird ab Ende 2026 eine zentrale Rolle in der klimaneutralen Wärmeversorgung der Stadt übernehmen. Patricia Dau, Prokuristin der WHW, betont den Pilotcharakter: „Das Projekt ist ein Leuchtturm für Schleswig-Holstein und wurde im Planungsverlauf stetig an technische Entwicklungen und neue Rahmenbedingungen angepasst – auch im Kontext der Energiekrise nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine.“

100 % erneuerbar: Technisch ausgereift, ökologisch konsequent

Die WHW setzt bei der Wärmeversorgung vollständig auf erneuerbare Energien. Ein ursprünglich geplantes gasbetriebenes Blockheizkraftwerk wurde verworfen – stattdessen basiert das aktuelle Konzept auf einem innovativen Mix aus:

  • Prozessabwärme der benachbarten Sasol Germany GmbH
  • einer hocheffizienten Großwärmepumpe
  • dem bestehenden Biomasse-Heizkraftwerk der Bioenergie Brunsbüttel Contracting GmbH
  • zwei Elektrokesseln zur Redundanzsicherung

Die geplante Energiezentrale wird zunächst mit einer Leistung von 12 Megawatt errichtet und kann bei Bedarf auf 20 Megawatt erweitert werden. Sie versorgt künftig das neue Wärmenetz mit einer Länge von rund sieben Kilometern, das schrittweise ausgebaut wird.

Langfristige Perspektive: Wärmenetz für Stadt und Wirtschaft

Bereits heute betreibt die WHW mehrere Teilnetze, über die mehr als 250 größere Abnehmerinnen und Abnehmer versorgt werden – darunter kommunale Einrichtungen, Wohnungsunternehmen und Bundesbehörden. Diese werden in das neue Netz integriert. Mittelfristig sollen rund 20 Prozent der Brunsbütteler Haushalte angeschlossen werden. Das Interesse in der Bevölkerung ist groß, wie Informationsveranstaltungen in den vergangenen Jahren gezeigt haben. Patricia Dau freut sich über die konstruktive Zusammenarbeit mit der BAFA: „Dass wir einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn erreichen konnten, gibt uns wichtige zeitliche Flexibilität bei der Umsetzung.“

egw – Infrastrukturpartner für die Region

Mit der Beteiligung an der Westholstein Wärme GmbH bringt die egw ihre langjährige Kompetenz im Bereich der technischen Infrastruktur und Projektentwicklung ein. Das Vorhaben ist ein exemplarisches Beispiel für die strategische Ausrichtung der egw:technik – dem technischen Bereich der egw – auf nachhaltige, zukunftssichere Infrastrukturprojekte in den Kreisen Dithmarschen und Steinburg.