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Jana Sophie Szymura, eine blonde Frau, 20 -30 Jahre alte, lange blonde Haare, weiße Bluse

Interview mit Jana Sophie Szymura aus dem Kreis Steinburg: Wie der Arbeitskreis wirtschaftliche Entwicklung mitgestaltet

Die wirtschaftliche Entwicklung im Kreis Steinburg lebt nicht nur von strategischen Konzepten, sondern auch vom regelmäßigen Austausch zwischen Politik, Verwaltung und wirtschaftlichen Akteuren. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Arbeitskreis, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt, zentrale Zukunftsthemen vertieft und politische Impulse vorbereitet werden. Welche Bedeutung dieses Gremium für die Kreisentwicklung hat, wie die Zusammenarbeit konkret gestaltet wird und welche Themen dabei im Mittelpunkt stehen, darüber haben wir mit Jana Sophie Szymura aus dem Kreis Steinburg im Mai 2026 gesprochen. Frau Szymura ist stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU und bereits seit vielen Jahren in der Politik aktiv.

Seit wann leiten Sie diesen Arbeitskreis und wie sind Sie zu dieser Aufgabe gekommen?

JS: „Ich leite den Arbeitskreis seit der letzten Kommunalwahl im Kreis Steinburg (2023). Seitdem gehöre ich erstmals dem Kreistag an. Durch meinen beruflichen Hintergrund im Bankenumfeld habe ich mich schon früh intensiv mit wirtschaftlichen Zusammenhängen im Kreis und mit Fragen der regionalen Entwicklung beschäftigt. Für mich war schnell klar, dass ein starker Kreis auch ein starkes wirtschaftliches Umfeld braucht. Deshalb habe ich die Aufgabe sehr gern übernommen. Mir ist wichtig, Impulse zu setzen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und wirtschaftliche Entwicklung nicht isoliert zu betrachten, sondern im engen Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft weiterzudenken.“

Der Arbeitskreis bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und begleitet strategische Themen. Welche Bedeutung hat dieses Gremium für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Kreises?

JS: „Der Arbeitskreis bietet einen wichtigen Rahmen, in dem strategische Themen gemeinsam betrachtet und weiterentwickelt werden können. Besonders wichtig ist mir dabei die fraktionsübergreifende Zusammenarbeit. Wir verstehen uns als Partnerinnen und Partner für den Kreis und bringen bewusst unterschiedliche Sichtweisen zusammen. Gleichzeitig ist der Arbeitskreis ein Ort, an dem wir ein offenes Ohr für wirtschaftliche Akteure haben, Erfahrungen bündeln und gemeinsam daran arbeiten, den Kreis langfristig zukunftsfähig aufzustellen.“ 

Welche konkreten Ergebnisse oder Fortschritte sind durch diese Zusammenarbeit bereits sichtbar?

JS: „Ein wesentlicher Fortschritt besteht darin, dass wir uns im Arbeitskreis nicht nur mit einzelnen Schlagworten beschäftigen, sondern Themen wirklich vertieft bearbeiten und dabei unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema hausärztliche Versorgung. Über einen längeren Zeitraum haben wir uns intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie eine zukunftsgerichtete Versorgung im Kreis sichergestellt werden kann – insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Hausärztinnen und Hausärzte perspektivisch in den Ruhestand gehen und gleichzeitig zu wenig Nachwuchs nachkommt. Dazu haben wir mit zahlreichen Akteuren gesprochen und verschiedene Ansätze diskutiert, etwa Kooperationen mit dem Klinikum, zum Beispiel im Bereich Verbundweiterbildung, aber auch inklusivere Modelle für junge Ärztinnen und Ärzte sowie Fragen der Fachkräftegewinnung aus dem Ausland.

Auch beim Thema Mobilität im ländlichen Raum gab es einen intensiven Austausch mit Expertinnen und Experten, unter anderem mit der IHK und den Fachleuten für den öffentlichen Nahverkehr im Kreis. Dabei ging es um die Frage, wie Mobilität künftig gestaltet werden kann und welche Wege sinnvoll weiterentwickelt werden sollten.

Im Bereich Bildung standen wir im Austausch mit dem Regionalen Bildungszentrum in Itzehoe, insbesondere mit Blick auf Projekte, die junge Menschen frühzeitig an MINT-Berufe heranführen. Ein weiteres wichtiges Themenfeld ist das Wohnen beziehungsweise die Frage nach zukünftigen Wohnformen im Kreis. Auch hier war es uns wichtig, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie zukunftsgerichteter Wohnraum entstehen kann.

Was all diese Themen verbindet, ist der Anspruch, nicht einseitig vorzugehen, sondern ein möglichst breites Bild zu gewinnen und daraus praxisnahe Maßnahmen sowie politische Impulse abzuleiten. Besonders bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang auch das große Engagement der Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, die sich zusätzlich zu ihrem Mandat ehrenamtlich und in ihrer Freizeit in diesem Arbeitskreis einbringen. Dass Menschen mit so viel Energie und Gestaltungswillen zusammenkommen, ist keineswegs selbstverständlich und macht die Arbeit in diesem Gremium besonders.“

Die Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft ist vielerorts ein wichtiges Zukunftsthema. Was würden Sie anderen Regionen raten, die eine ähnliche Form des Austauschs aufbauen möchten?

JS: „Mein wichtigster Rat wäre, einen Raum zu schaffen, in dem unterschiedliche Ideen offen ausgesprochen werden dürfen, auch dann, wenn sie noch nicht vollständig ausgereift sind. Gerade aus solchen Gesprächen entstehen häufig sehr pragmatische und tragfähige Lösungsansätze. Es geht aus meiner Sicht weniger darum, sofort perfekte Antworten zu haben, sondern vielmehr darum, gemeinsam in einen offenen Denkprozess einzusteigen, aus dem tragfähige Lösungen entstehen können.“

Wie möchten Sie die Zusammenarbeit im Arbeitskreis in Zukunft weiterentwickeln?

JS: „Ich wünsche mir eine Zusammenarbeit, die mutig genug ist, auch unbequeme Themen anzusprechen. Dazu gehört für mich, Probleme offen zu benennen, sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und auch neue Lösungswege zuzulassen, selbst wenn diese bisher noch nicht gegangen wurden. Gleichzeitig ist es mir wichtig, Brücken zu bauen, gerade dort, wo über Jahre vielleicht Gräben entstanden sind. Zusammenarbeit bedeutet für mich, flexibel zu bleiben, zuzuhören und sich immer wieder auf neue Gegebenheiten einzustellen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich, die Arbeit des Arbeitskreises noch sichtbarer zu machen und künftig noch mehr Perspektiven einzubeziehen. Zukunftsarbeit gelingt aus meiner Sicht nur gemeinsam. Je besser es gelingt, unterschiedliche Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen, desto größer ist auch die Chance, tragfähige Lösungen für die Entwicklung des Kreises zu finden.“

Gibt es etwas, das Ihnen in diesem Zusammenhang persönlich noch wichtig ist?

JS: „Ja, mir ist an dieser Stelle auch ein persönlicher Dank wichtig. Frau Hein begleitet die Arbeit als hauptamtliche Koordinatorin mit großer Hartnäckigkeit, viel Struktur und einem sehr guten Gespür dafür, Menschen zusammenzubringen. Diese Zusammenarbeit ist für mich ein schönes Beispiel dafür, wie unterschiedliche Akteure Hand in Hand arbeiten können, wenn das gemeinsame Ziel im Mittelpunkt steht.“ 

Vielen Dank für das Interview!