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Interview mit egw-Mitarbeiterin Stefanie Hein: So wird die Wirtschaftsstrategie im Kreis Steinburg umgesetzt

Die Wirtschaftsstrategie des Kreises Steinburg setzt wichtige Impulse für die Region. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung, die enge Vernetzung unterschiedlicher Akteure und die Bearbeitung zentraler Zukunftsthemen. Wie dieser Prozess sich in der Praxis gestaltet und welche Bedeutung dabei Austausch, Transparenz und Praxisnähe haben, darüber haben wir mit Stefanie Hein, Koordinatorin der Wirtschaftsstrategie Kreis Steinburg, im März 2026 gesprochen.

Die Wirtschaftsstrategie des Kreises Steinburg soll wichtige Zukunftsthemen voranbringen und die regionale Entwicklung aktiv unterstützen. Wie kann man sich die Umsetzung in der Praxis vorstellen?

SH: „Es gibt eine Reihe von Ansatzpunkten, die in der Fortschreibung der Wirtschaftsstrategie, kurz WSS, verankert sind. In Abstimmung mit der Politik wurden daraus einzelne Handlungsfelder ausgewählt, die ich längerfristig bearbeite. Das Vorgehen ist dabei oft ähnlich: Ich arbeite mich zunächst inhaltlich in das jeweilige Thema ein, führe Gespräche mit den relevanten Akteuren und erhebe den aktuellen Sachstand. Im weiteren Austausch zeigt sich oftmals, wo mögliche Ansatzpunkte liegen und an welchen Stellen die WSS inhaltlich, finanziell oder durch gezielte Vernetzung Impulse setzen kann. Darüber hinaus kommen auch weitere aktuelle Themen auf die Agenda, die ich nach und nach mit aufnehme und bearbeite.“

Die Wirtschaftsstrategie lebt stark vom Austausch zwischen unterschiedlichen Akteuren. Welche Rolle spielt die Netzwerkarbeit in diesem Prozess?

SH: „Netzwerkarbeit ist ein sehr wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Ich komme mit vielen unterschiedlichen Fachleuten ins Gespräch, und dabei zeigen sich im Laufe der Zeit oft Schnittmengen zwischen Themen oder Akteuren, die vorher gar nicht sichtbar waren. Dieser Austausch ist sehr wertvoll, da er Transparenz schafft und Kompetenzen zusammenbringt. In manchen Fällen muss ein Thema auch gar nicht bis ins Detail weiterbearbeitet werden, weil andere Fachleute oder Institutionen dort bereits aktiv sind. Dann ist es vor allem wichtig, die richtigen Personen miteinander zu vernetzen. So entstehen Synergien, und Doppelstrukturen können vermieden werden.“

Themen wie medizinische Versorgung oder neue Wohnformen sind für viele Regionen von großer Bedeutung. Gibt es bei der Umsetzung solcher Themen besondere Herausforderungen?

SH: „Ja, gerade bei so großen Themen wie der hausärztlichen Versorgung oder auch bei Wohnformen zeigt sich, dass diese sehr umfangreich und langfristig angelegt sind. Es braucht Zeit, um sich inhaltlich einzuarbeiten, Ansatzpunkte zu identifizieren, Maßnahmen mit weiteren Akteuren zu entwickeln und die Ideen gegebenenfalls mit finanziellen Mitteln aus der WSS zu unterstützen. Wenn solche Ansatzpunkte gefunden sind und Impulse gesetzt wurden, übernehmen in der Regel die jeweiligen Akteure die weitere Umsetzung. Die WSS versteht sich hier vor allem als Impulsgeberin und Unterstützerin, nicht als operative Umsetzerin. Das wäre mit einer halben Stelle auch ressourcenmäßig nicht leistbar.“

Eine Strategie ist nur dann erfolgreich, wenn sie auch praktisch umsetzbar ist. Wie stellen Sie sicher, dass die Wirtschaftsstrategie nah an der Praxis bleibt?

SH: „Praxisnähe ist für mich ein zentraler Punkt. Einerseits hole ich Praxisexpertinnen und Praxisexperten mit Fachvorträgen in den Arbeitskreis. Andererseits schaue ich mir Modellprojekte oder Ansätze aus anderen Regionen an und spreche mit den dortigen Akteuren über ihre Erfahrungen. Diese Erkenntnisse nehme ich dann in die weitere Arbeit auf und bringe sie in Gespräche mit ein. Gleichzeitig ist die Arbeitsweise sehr transparent: Durch die regelmäßige Abstimmung im Arbeitskreis sowie mit meinen direkten Ansprechpartnern beim Kreis und in der Politik ist sichergestellt, dass Richtung und Ansätze gut abgestimmt sind. Dieses koordinierte Vorgehen hilft dabei, dass sich die Maßnahmen in die richtige Richtung entwickeln und einen aktiven Beitrag zur Kreisentwicklung leisten.“

Die Wirtschaftsstrategie umfasst viele unterschiedliche Themenfelder und lebt vom Austausch. Was bereitet Ihnen persönlich besondere Freude an dieser Arbeit?

SH: „Es gibt mehrere Aspekte, die ich an dieser Arbeit sehr schätze. Zum einen finde ich die Themenvielfalt der Wirtschaftsstrategie sehr spannend. Sich immer wieder in neue Inhalte einzuarbeiten, macht die Arbeit abwechslungsreich, und ich kann dabei meine vielfältigen Erfahrungen und Fähigkeiten gut einbringen. Zum anderen nimmt das Netzwerken einen großen Teil meiner Tätigkeit ein. Wenn sich daraus neue Themenfelder ergeben, in denen die WSS Impulse setzen kann, ist das ein sehr gutes Ergebnis und zeigt, wie sinnvoll diese Arbeit ist. Außerdem ist die Zusammenarbeit im Arbeitskreis sehr angenehm und konstruktiv. Er ist ein wichtiges Instrument, um vertieft in den Austausch zu gehen und Themen voranzubringen, was in Ausschüssen zeitlich oft nur eingeschränkt möglich wäre. Da die Inhalte im Mittelpunkt stehen und nicht parteipolitische Unterschiede, bringen wir Themen zügig voran. Die WSS hat sich dadurch zu einer wichtigen Impulsgeberin entwickelt.“

Vielen Dank für das Interview!