Grenzweg: Antrag auf Planfeststellung eingereicht – Ein wichtiger Schritt für die geplante Ortsumgehung Horst (Kreis Steinburg)
Die vom Kreis Steinburg beauftragte Entwicklungsgesellschaft Westholstein mbH (egw) hat im September den Antrag auf Planfeststellung für das Infrastrukturprojekt „Grenzweg“ beim Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) in Kiel eingereicht. Damit geht das Zukunftsvorhaben für eine bessere Verkehrsanbindung der Region in die entscheidende Phase. Geplant ist der Neubau einer rund 2,5 Kilometer langen Trasse mit großem Kreisverkehr an der Kreuzung Horst-Hahnenkamp / L100 bei Kiebitzreihe sowie einer Brücke über die Bahnlinie. Das Investitionsvolumen liegt nach aktuellem Stand bei rund 28 Millionen Euro.
Schritte bis zum Baubeginn
Bis zum ersten Spatenstich für die neue Ortsumgehung in Verlängerung der Autobahnanschlussstelle Horst/Elmshorn an der A23 wird aber noch einige Zeit vergehen. „Wenn alles optimal läuft, rechne ich in zwei Jahren mit dem Planfeststellungsbeschluss“, skizziert Diplom-Bauingenieur Carsten Salz, zuständiger Projektleiter bei der egw, den weiteren Fahrplan. Im Zuge der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen können Träger öffentlicher Belange und betroffene Bürger Einwendungen einreichen. Nach eingehender Prüfung und Abwägung durch das APV und Berücksichtigung eventueller Nachforderungen folgt der eigentliche Planfeststellungsbeschluss, gegen den innerhalb eines Monats nach dessen Bekanntgabe noch Klage erhoben werden kann. Frühestens Ende 2027 / Anfang 2028 könnten damit die Bagger anrücken – und ab dem Jahr 2031 erste Fahrzeuge über die neue Trasse rollen.
Was den Antrag auf Planfeststellung angeht, zeigt sich Carsten Salz optimistisch: „Wir haben sehr gute Vorarbeit geleistet und viele Aspekte nach intensiven Abstimmungsgesprächen schon im Vorfeld in der Entwurfsplanung aufgenommen“, sagt er. Dazu gehören unter anderem Überflughilfen (Hop Over) für Fledermäuse und eine Straßenunterführung im Zuge des Seemoorwegs, die für Fußgänger, Radfahrer und landwirtschaftliche Fahrzeuge, aber eben auch für Fledermäuse gedacht ist. Die eingehenden Umweltuntersuchungen haben im Trassenverlauf mehr als zehn verschiedene Fledermausarten identifiziert. Deren Schutz schlägt in der Kostenplanung mit rund 2,5 Millionen Euro zu Buche.
Finanzierung und Ausblick
Die Finanzierung des Millionen-Projekts ist derzeit noch offen. Zu Beginn der Planungen hatte das Land Schleswig-Holstein Zuschüsse in Millionenhöhe in Aussicht gestellt, den Rest wollten die Kreise Steinburg und Pinneberg sowie die Stadt Elmshorn und die Gemeinde Horst übernehmen.
In der Entwurfsplanung wurden – soweit möglich – steigende Verkehre bei der Realisierung des neuen Elmshorner Wohngebiets in Richtung Papenhöhe berücksichtigt. Carsten Salz: „Wir haben darauf geachtet, dass die Knotenpunkte bei Bedarf ausbaufähig sind“.