Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerk Westküste
Das Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerk Westküste (EEKN Westküste) zählt bundesweit zu den erfolgreichsten Unternehmensnetzwerken seiner Art. Über eine Laufzeit von drei Jahren haben die beteiligten Unternehmen aus Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg eindrucksvoll gezeigt, wie Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz miteinander verbunden werden können. Das Ergebnis: 453 Gigawattstunden eingesparte Energie und rund 80.000 Tonnen vermiedene CO₂-Äquivalente – und damit deutlich mehr als ursprünglich geplant.
Spitzenplatz unter den bundesweiten Netzwerken
„Unser branchenübergreifendes Netzwerk liegt bundesweit unter den TOP 3 aller Netzwerke, die in diesem Jahr abgeschlossen wurden“, erklärt Dr. Jesko Dahlmann von der Entwicklungsgesellschaft Westholstein (egw), Initiator und Organisator des Netzwerks. Diese starke Platzierung unterstreicht die erfolgreiche Zusammenarbeit der 15 beteiligten Unternehmen aus Chemie, Energie, Mineralölwirtschaft, Recycling und Logistik.
Die final bestätigten Zahlen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung – erhoben im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur (dena) – belegen einen Zielerreichungsgrad von 137 Prozent bei den Energieeinsparungen und 127 Prozent bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Die offizielle Bestätigung wurde rechtzeitig zur Jahrestagung der Bundesinitiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke in Berlin ausgesprochen, an der auch die parlamentarische Staatssekretärin des Bundesumweltministeriums, Rita Schwarzelühr-Sutter, teilnahm.
Konkrete Maßnahmen für echte Nachhaltigkeit
Ein Schwerpunkt der Netzwerkarbeit war die Steigerung der Ressourceneffizienz und die Dekarbonisierung betrieblicher Prozesse. Dr. Dahlmann weist in dieser Hinsicht auf ein Beispiel hin: Covestro in Brunsbüttel hat die Brenner im Dampfreformer modernisiert. Diese können nun auch mit klimafreundlichem Wasserstoff betrieben werden, der im eigenen Produktionsprozess entsteht. Durch neue Brennerlanzen und eine angepasste Regeltechnik wurde ein effizienterer und CO₂-reduzierter Betrieb realisiert – ein erfolgreiches Beispiel für technologische Innovation in der Region.
Wissenschaftlicher Austausch als Erfolgstreiber
Um Innovationen schneller in die Praxis zu bringen, wurde eine enge Kooperation mit der Fachhochschule Westküste aufgebaut. Das Institut für die Transformation des Energiesystems (ITE) begleitete alle Netzwerktreffen, tauschte sich intensiv mit den Unternehmen aus und brachte relevante Forschungsergebnisse gezielt ein. So entstand ein praxisnaher Wissenstransfer, der den Betrieben unmittelbar zugutekommt.
Neue Synergien durch moderne Analysemethoden
Zur Identifikation weiterer Potenziale beauftragte das Netzwerk das französische Energieunternehmen ENGIE mit einer umfassenden Potenzialanalyse für die Region. Mithilfe der Erstellung eines KI-gestützten Territorial Modellings, das in dieser Form in Deutschland noch nicht eingesetzt worden ist, sind industrielle Synergien zwischen den Unternehmen identifiziert worden. Die Ergebnisse der Kurzstudie „BeCircle“ werden im Dezember beim abschließenden Netzwerktreffen bei Steinbeis Papier in Glückstadt vorgestellt. „Die Analyse zeigt neue Wege auf, Ressourcen noch effizienter zu nutzen und die Kreislaufwirtschaft in unserer Wirtschaftsregion weiter zu stärken“, so Dr. Dahlmann.
Ein starkes Signal für die Region
Für Martina Hummel-Manzau, Geschäftsführerin der Entwicklungsgesellschaft Westholstein und Projektträgerin des Netzwerks, sind die beeindruckenden Ergebnisse ein wichtiger Impuls:
„Das Netzwerk zeigt, wie Unternehmen durch Kooperation ihre Zukunftsfähigkeit ausbauen. Gleichzeitig stärkt die enge Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft die Innovationskraft unserer Region. Bei Energieeffizienzmaßnahmen profitieren Ökonomie und Ökologie gleichermaßen.“
Bild: Dr. Jesko Dahlmann (re.) und Energieberater Andreas Littmann mit der parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter im Rahmen der Netzwerk-Ehrungen in Berlin. (c): Claudius Pflug / Berlin
Beteiligte Unternehmen im Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerk Westküste: Brunsbüttel Ports, Covestro, HanseWerk, Harbour Energy, Heitmann Entsorgung, Holcim, Lanxess, Mercuria Biofuels, PreussenElektra, Sasol, Schröder Bauzentrum, Steinbeis, TotalEnergies, Vattenfall und Yara.

Das Netzwerk der schleswig-holsteinischen Westküste ist eines von bundesweit rund 400, die unter dem Dach der von der Deutschen Energie-Agentur (dena) geleiteten „Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke“ gegründet wurden. Die fachliche Begleitung wird mit Mitteln des Regionalbudgets Westküste und durch die Projektpartner finanziert, zu denen neben der Entwicklungsgesellschaft Westholstein auch die Wirtschaftsförderungen der Kreise Pinneberg und Nordfriesland gehören. Das Regionalbudget Westküste wird wiederum gefördert aus dem schleswig-holsteinischen Landesprogramm Wirtschaft mit Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.
Nähere Informationen und kostenlos nutzbare Logos und Grafiken zur bundesweiten Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke finden Sie hier.